ai??zFernbehandlung und Herausforderungen des Ai??rztlichen Berufsrechtsai??? ai??i?? Roundtable-FrA?hstA?ck am 8.11.17

Unter dem Motto ai??zFernbehandlung und Herausforderungen des Ai??rztlichen Berufsrechtsai??? lud der Verband digitale Gesundheit e.V. (VdigG) am 8. November zum Roundtable-FrA?hstA?ck in der Landesvertretung Sachsen-Anhalt in Berlin ein. Dr. Amin-Farid Aly (BundesAi??rztekammer) und Nicolas Schulwitz (Videosprechstundenanbieter Patientus) sprachen nach einer rechtlichen EinfA?hrung durch Johannes KallAi??ne (Vorstand Recht VdigG) darA?ber, warum und wie telemedizinische LAi??sungen umsetzbar sind – aber auch, wo die Probleme liegen.

Dr. Amin-Farid Aly, Referent fA?r Telematik der BundesAi??rztekammer, gab einen A?berblick A?ber die telemedizinische Patientenversorgung in Deutschland. Die BundesAi??rztekammer hat fA?r die unterschiedlichen Projekte eine Einteilung entwickelt, bei der sieben Modelle differenziert werden kAi??nnen. Bei den ersten sechs vorgestellten Modellen ist eine Fernbehandlung auch heute schon mit dem Berufsrecht vereinbar. Innerhalb Modell 7 (Telekonsultation) ist derzeit nur eine allgemeine Beratung von Patienten mAi??glich, eine individuelle Diagnosestellung und Therapieempfehlung jedoch auAYerhalb eines Modellprojektes nicht statthaft, wie beispielsweise in Baden-WA?rttemberg.

Dr. Aly stellte die aktuellen Entwicklungen dort vor, in denen reine Fernbehandlungen innerhalb eines Modellprojektes bereits jetzt mAi??glich sind. Haftungsrechtliche Fragen seien im Rahmen der Diskussion um ausschlieAYliche Ai??rztliche Fernbehandlung entscheidend. Daher solle eine Modifizierung der bestehenden Regelungen nicht A?berstA?rzt werden. Eine telemedizinische Fernbehandlung von dem Arzt bereits bekannten Patienten hingegen sei konform mit der Ai??rztlichen Berufsordnung, schloss Dr. Aly.

Nicolas Schulwitz, GrA?nder von Patientus, sieht die digitale Kommunikation zwischen Patient und Arzt als Herausforderung fA?r das gegenwAi??rtige Ai??rztliche Berufsrecht. Zwar sei bislang reguliert, dass eine Fernberatung von Patienten durch Ai??rzte etwa im Rahmen von durch Krankenkassen betriebenen Call-Centern, mAi??glich sei ai??i?? hier handele es sich jedoch nicht um eine Fernbehandlung im eigentlichen Sinne. Fernbehandlung erfolge dennoch bereits in der VersorgungsrealitAi??t in einer rechtlichen Grauzone, oftmals durch die MFA, fA?r die das Ai??rztliche Berufsrecht nicht greift. Die Nachfrage nach digitalen Kommunikationswegen und Fernbehandlung sei da, nicht nur in Deutschland. Angebote im Ausland bestA?nden jedoch in anderen Gesundheitssystemen zumeist auf Selbstzahlerbasis. In Deutschland sei Telemedizin ein Service, der aufgrund des Berufsrechts durch den Arzt selbst und nicht durch Serviceanbieter mit Finanzierungsabsicht durch den Patienten angeboten werden kAi??nne, so Schulwitz. Aus seiner Sicht seien die beabsichtigten Modellprojekte der Ai??rztekammer Baden-WA?rttemberg nicht zielfA?hrend, da Ai??rzte sich hierfA?r gesondert einschreiben mA?ssten, was eine HA?rde darstelle – auch fA?r die Anbieter von Telemedizin-Software. Durch die gesonderte Teilnahme an den Modellprojekten wA?rden auAYerdem nicht nur der eigentliche Arzt, sondern unnAi??tigerweise auch weitere Leistungserbringer in die Behandlung des Patienten eingebunden werden. Schlussendlich habe die Digitalisierung wenig Anreize fA?r den Arzt aufgrund geringer VergA?tung, erhAi??htem Aufwand sowie hoher KomplexitAi??t. Dies habe eine schlechte Signalwirkung fA?r alle Digitalisierungsprojekte mit Fokus auf den ersten Gesundheitsmarkt in Deutschland. Da die Patienten Digitalisierung allerdings wA?nschten, steige die Zahl derjenigen, die auslAi??ndische Angebote wahrnehmen, resA?mierte Schulwitz.

In der darauffolgenden Diskussion bestand Konsens, dass die Digitalisierung komme und insbesondere die neue Generation diese fordere – viele Fragen mA?ssten bis dahin aber geklAi??rt sein. Dabei handele es sich nicht um eine medizinische Fragestellung, sondern um eine wirtschaftliche, rechtliche, technische und auch ethische, so Prof. Dr. Arno Elmer, Vorstand Strategie und Markt des Verbands digitale Gesundheit e.V. Dabei seien die herkAi??mmlichen Strukturen der Selbstverwaltung in Deutschland diesen Herausforderungen nicht gewachsen, da bereits jetzt auf Dr. Google und nicht regulierte Angebote zurA?ckgegriffen werde – das Wohl des Patienten bliebe hier fraglich.