Krankenversicherung 4.0 – Chancen und Risiken der Digitalisierung

Am 21. Februar 2018 lud der Verband digitale Gesundheit e.V. ein zum ersten Parlamentarischen Abend 2018 zum Thema “Krankenversicherung 4.0 – Chancen und Risiken der Digitalisierung” mit den GAi??sten MdB Tino Sorge, Peter Kaetsch (Vorstandsvorsitzender BIG direkt gesund) und Christian HAi??lker (GeschAi??ftsfA?hrer PKV-Verband).

Digitalisierung im Gesundheitswesen wird bisher vor allem aus Sicht des Verbraucher- und Patientenschutzes oder hinsichtlich mAi??glicher medizinischer Innovationen diskutiert. Zugleich stellt Digitalisierung auch die KostentrAi??ger des Gesundheitswesens vor neue Herausforderungen: Wie kAi??nnen Versorgungsprozesse optimiert, bestehende Strukturen effizienter gestaltet und den Patienten ein Mehrwert in der Versorgung geboten werden? Welche offenen Fragen existieren, welche Rahmenbedingungen mA?ssen von der Politik geschaffen werden?

Peter Kaetsch (Vorstandsvorsitzender BIG direkt gesund, PrAi??sentation hier) betonte in seinem Vortrag, dass sich viele Kassen schwer mit der Entwicklung oder Adaption digitaler Innovationen tAi??ten. Es existierten nur wenige Digital-Health-Produkte, die von den Kassen oder gar im Rahmen der Regelversorgung A?bernommen wA?rden. Zugleich wA?rden Versicherten, Kassen und die Politik evidenzbasierte Empfehlungen im Bereich digitaler Anwendungen vermissen. Daher solle Evidenzgenerierung im Echtbetrieb fA?r Digital-Health-Anbieter A?ber Pilotprojekte erfolgen. Krankenkassen kAi??nnten als Partner von Startups fungieren und somit kAi??nnte die MarktfAi??higkeit digitaler Anwendungen getestet und hergestellt werden, dass Innovationen fA?r die GKV schneller auf den Weg gebracht werden kAi??nnten. Hier gelte laut Kaetsch: ai??zDer Wettbewerbsgedanke muss dem Kooperationsgedanken weichen.ai???

Christian HAi??lker (GeschAi??ftsfA?hrer PKV-Verband, PrAi??sentation hier) ging auf die Erwartungen der Versicherten ein: Hierzu gehAi??rten die bestmAi??gliche Versorgung, ein hohes Service-Niveau, Omnichannel-Kommunikation, die mobile VerfA?gbarkeit sAi??mtlicher Dienstleistungen zu jedem Zeitpunkt sowie die VerfA?gbarkeit von Echtzeitdaten, die heute gefordert seien: ai??zKeiner will alte Daten.ai??? Dabei sei die Innovationskraft der Krankenversicherer in der Vergangenheit zurA?ckhaltender als die von Amazon, Google & Co. gewesen, doch die AnsAi??tze wA?rden auch im Gesundheitswesen mehr und mehr A?bernommen und dieses Ai??ndern. Allerdings dA?rfe hier keine Angst bestehen, etwa beim Einsatz von KA?nstlicher Intelligenz: ai??zZukA?nftig wird KI fA?r den Arzt unabdingbar sein, ihn aber nicht ersetzenai???, so HAi??lker. Er betonte: Die Digitalisierung sensibler Daten sei keine Revolution, sondern biete Chancen fA?r eine bessere Zukunft.

Tino Sorge, Bundestagsabgeordneter und Berichterstatter der CDU/CSU-Fraktion fA?r Digitalisierung im Gesundheitswesen, wies auf rechtliche Unsicherheiten im Rahmen offener Haftungsfragen bei digitalen Anwendungen hin. Er beklagte weiterhin einen ai??zkompetitiven Umgangai??? in der Selbstverwaltung in der Vergangenheit bei Diskussionen um die Digitalisierung und mahnte, dass Digitalisierung nicht im Rahmen von InsellAi??sungen erfolgen dA?rfe. Diesen ai??zgordischen Knotenai??? gelte es zu zerschlagen. Daher sei es besonders schade, dass im Rahmen der neuen GroAYen Koalition kein Digitalisierungsministerium im geplant sei, das hier eine ressortA?bergreifend koordinierende Funktion A?bernehmen kAi??nne. DarA?ber hinaus wA?nscht sich Sorge, dass die Angst vor Risiken der Digitalisierung abgebaut wird. ai??zDas sind Chancen ai??i?? und wo Chancen sind, kann eben auch mal etwas schief gehenai???, schloss er.

Dies war auch der Tenor in der darauffolgenden Diskussion: Die Chancen der Digitalisierung im Gesundheitswesen A?berwiegen die Risiken, weshalb diese weiter vorangetrieben werden soll.